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Long COVID bei Kindern nach Corona-Reinfektion – Was zeigt die neue Lancet-Studie

  • niploog9
  • 11. Okt. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Seit Beginn der Corona-Pandemie ist bekannt, dass manche Menschen auch Wochen oder Monate nach der Infektion noch Beschwerden haben – das nennt man Long COVID (oder medizinisch: Post-Acute Sequelae of SARS-CoV-2 Infection, kurz PASC).

Bei Kindern wurde bisher vor allem die erste Infektion untersucht. Was aber passiert, wenn ein Kind sich erneut mit Corona ansteckt – also eine Reinfektion hat? Genau das hat diese Studie erforscht


Wer wurde untersucht

Die Forschenden haben die Gesundheitsdaten von über 465.000 Kindern und Jugendlichen unter 21 Jahren aus 40 Kinderkliniken in den USA ausgewertet.Alle hatten sich zwischen Januar 2022 und Oktober 2023 – also in der Omikron-Zeit – mit SARS-CoV-2 infiziert.

  • Rund 407.000 Kinder hatten eine Infektion.

  • Rund 58.000 Kinder hatten zwei nachgewiesene Infektionen.

Die Forschenden verglichen dann, wie häufig Long-COVID-Diagnosen nach der ersten und nach der zweiten Infektion auftraten.


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Die wichtigsten Ergebnisse

Kinder, die sich ein zweites Mal mit Corona angesteckt hatten, entwickelten deutlich häufiger Long-COVID-Symptome als Kinder mit nur einer Infektion.

  • Das Risiko war etwa doppelt so hoch (2,08-mal höher).

  • Besonders betroffen waren Symptome wie:

    • Erschöpfung (Fatigue)

    • Kopfschmerzen

    • Konzentrationsprobleme oder Gedächtnisstörungen

    • Herzrhythmusstörungen oder Herzbeschwerden

    • Bauchschmerzen

    • psychische Beschwerden (z. B. Angst, Stimmungsschwankungen)

    • Geruchs- oder Geschmacksverlust

    • Durchblutungsprobleme oder Entzündungen (z. B. Thrombosen, Myokarditis)

Diese Beschwerden traten nicht nur bei Kindern mit schwerem Verlauf auf – auch Kinder mit milden oder symptomarmen Reinfektionen waren betroffen.


Spielt die Impfung eine Rolle

Interessanterweise war das Risiko sowohl bei geimpften als auch bei ungeimpften Kindern nach einer Reinfektion erhöht.


Die Forscher sind der Meinung, dass Impfungen helfen, Infektionen insgesamt zu verhindern – und damit indirekt auch Long COVID


Bedeutung

Mehrfache Corona-Infektionen erhöhen bei Kindern die Gefahr, längerfristige Beschwerden zu entwickeln. Auch wenn die akute Erkrankung meist mild verläuft, können anhaltende Symptome folgen.

Die Studienautoren empfehlen:

  • evtl. Impfungen weiter zu fördern, um Reinfektionen zu vermeiden.

  • Langfristige Betreuung von Kindern mit anhaltenden Symptomen sicherzustellen.

Weitere Forschung, um zu verstehen, warum manche Kinder besonders gefährdet sind.


Grenzen der Studie

  • Nicht alle Reinfektionen wurden sicher erkannt (z. B. fehlende Tests zu Hause).

  • Keine Vergleichsgruppe mit Kindern, die nie infiziert waren.

  • Long-COVID-Diagnosen hängen auch davon ab, wie aufmerksam Ärztinnen und Ärzte Symptome dokumentieren.

Trotzdem gilt: Diese Untersuchung ist die bisher größte und sorgfältigste Analyse zu Long COVID bei Kindern nach Reinfektion


Fazit

  • Auch bei Kindern ist Long COVID nach wiederholten Corona-Infektionen häufig und messbar.

  • Das Risiko steigt mit jeder weiteren Infektion.

  • Vorbeugung (Infektionsschutz) bleibt die beste Strategie.

Bei anhaltenden Beschwerden nach COVID sollte ärztlicher Rat eingeholt werden – insbesondere bei Müdigkeit, Herzrasen, Schmerzen oder Konzentrationsproblemen


Quelle

  1. Zhang B. et al. (2025). The Lancet Infectious Diseases. DOI: 10.1016/S1473-3099(25)00476-1

  2. RECOVER-Initiative, NIH, 2024–2025 – recovercovid.org

  3. CDC (2025): Long COVID Basics – cdc.gov/long-covid


 
 
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